Die Porträtfotografie ist eines der aussagefähigsten und interessantesten Bereiche der Fotografie und Ziel des Fotografen sollte es sein, das charakteristische Wesen seines Motivs auf dem Bild darzustellen.

Ein gutes Porträt lässt sich einerseits durch verschiedene technische Faktoren beeinflussen. Dazu gehören u.a.:

-        die Brennweite

-        die Blende

-        die Distanz zum Model

-        die Perspektive sowie

-        die Lichtführung und Ausleuchtung

     Anderseits sollte man sich als Porträtfotograf auch mit sozialpsychologischen Einflüssen, wie die Mimik und Gestik des Menschen und anderen Merkmalen der zwischenmenschlichen Kommunikation beschäftigen.

 

Diese unterschiedlichen Faktoren werden hier zukünftig näher beschrieben.

 

Porträtfotografie (2) – Die richtige Brennweite und ihre Wirkung

Die Wahl des richtigen Objektivs und damit auch die der optimalen Brennweite sind für eine Porträtaufnahme wichtig, weil sonst unnatürliche Verzerrungen des Gesichtes bzw. der Proportionen der fotografierten Person auftreten.

So betonen Brennweiten kleiner als 80 mm die Tiefenwirkung des Bildes. Ohren werden klein abgebildet und die Nase wird unnatürlich groß in den Vordergrund gerückt. Brennweiten höher als 135 mm bilden eher ein flach gedrücktes Gesicht ab.

Am besten geeignet für die Porträtfotografie ist ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von ca. 80 – 135 mm.

Dennoch kann man sich als Fotograf die Eigenschaften verschiedener Brennweiten bzw. Objektive zu Nutze machen und damit so manchen „menschlichen Makel“, wie beispielsweise eine sehr lange Nase durch eine längere Brennweite, retuschieren.

Daneben haben Teleobjektive die Eigenschaft, Personen besonders gut aus ihrer Umgebung herauszulösen. Und Weitwinkelobjektive können genutzt werden, wenn auf dem Foto das Model und ein charakteristischer Vordergrund zugleich dargestellt werden sollen; zum Beispiel, wenn man Menschen an ihrem spezifischen Arbeitsplatz fotografieren möchte.

Demnächst werde ich auf die Wahl und Wirkung der Blende eingehen.

 

 

Porträtfotografie (3) - Die Blende in der Porträtfotografie

Die Wahl der Blende wird auch in der Porträtfotografie eingesetzt, um die Tiefenschärfe entsprechend zu gestalten, d.h. der Bereich, der auf dem Bild als scharf dargestellt bzw. wahrgenommen wird.

Bei einer kleinen Blendenzahl, z.B. 1.8 (Offenblende), wird die fokussierte Person als scharf abgebildet, der Hintergrund dagegen bleibt unscharf.

Möchte man dagegen den Hintergrund oder eventuell auch Gegenstände, die sich im Vordergrund befinden scharf darstellen, muss entsrpechend weiter abgeblendet werden. Dann sollte entsprechend auch die Belichtungszeit und der ISO-Wert angepasst werden.

 So wird die Wahl der Blende in der Porträtfotografie zu einem wichtigen Faktor für die Bildgestaltung.

 

Porträtfotografie (4) - Die Distanz zum Modell

Die Distanz zum Modell ist neben der Blende und der Brennweite ein Gestaltungsmittel, um die Tiefenschärfe zu beeinflussen. Das heißt der Bereich auf dem die Schärfe liegt und über welche Bereiche sich die Schärfe erstreckt bzw. erstrecken soll.

Je mehr sich der Porträtfotograf seinem Modell nähert, desto geringer wird die Tiefenschärfe. Nur wenige Bereiche, wie beispielsweise das Gesicht werden scharf abgebildet.

Mit einem größerem Abstand wird mehr Tiefenschärfe erreicht.

Daneben hat die Distanz eine psychologische Bedeutung. Je näher der Fotograf seinem Modell kommt, um so mehr dringt er auch in dessen intimen Persönlichkeitsraum ein. Hier ist Sensibilität gefragt, um beim Modell nicht unangenehme Gefühle oder Stress auszulösen.

Der Abstand bestimmt ferner, wie die Person auf dem Bild letztendlich vom Betrachter wahrgenommen wird. Je näher die Kamera dem Gesicht kommt, desto größer erscheint beispielsweise die Nase, während die Ohren im Verhältnis kleiner wahrgenommen werden. Durch diese subtilen wahrgenommenen Verzerrungen können Personen beispielsweise als weniger attraktiv, kompetent oder vertrauenswürdig beurteilt werden.

 

Porträtfotografie (5) - Porträts im natürlichen Licht

Porträtaufnahmen mit natürlichem Licht sind für Fotografen nicht unproblematisch. Schlagschatten, direktes Sonnenlicht, etc. stellen für ihn eine Herausforderung dar. Trotzdem lassen sich auch schwierige Lichtverhältnisse für Porträts gezielt nutzen.

In der Zeitschrift "Docma" sowie auf der Website von Spiegel-Online (siehe Link) gibt es einige einfache Tipps, damit Porträtaufnahmen auch so gelingen.

 

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/docma-portraet-licht-und-bearbeitung-mit-available-light-a-1067310.html (veröffentlicht am 03.01.2016)

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